Rabattaktionen der Konkurrenz automatisch überwachen: So geht’s
Die kurze Antwort
Rabattaktionen der Konkurrenz erkennt ihr automatisch, wenn ihr die Startseite, die Sale-Seite und die Newsletter eurer wichtigsten Wettbewerber überwacht und jede Änderung nach Aktionsart einordnen lasst. Ein reiner Preis-Tracker reicht nicht: Gutscheincodes, Gratiszugaben, Bundles und Gratisversand ändern den Produktpreis oft nicht. Bei jeder neuen Aktion bekommt euer Team eine Nachricht.
Das Wichtigste im Überblick
- Wettbewerber festlegen: Startet mit den wenigen Shops, mit denen ihr am direktesten um dieselbe Kundschaft konkurriert.
- Seiten auswählen: Startseite, Sale-Seite, die Leiste mit Versandhinweisen und eure wichtigsten Kategorien.
- Newsletter mit eigener Adresse abonnieren: Codes und Vorankündigungen kommen oft per E-Mail.
- Benachrichtigung einrichten: Neue Aktionen landen per E-Mail bei den Personen, die entscheiden.
- Erkennung prüfen: Rabatte, die erst im Warenkorb greifen, mit Stichproben ergänzen.
Welche Rabattaktionen solltet ihr bei Wettbewerbern überwachen?
Überwachen solltet ihr alle Aktionen, die das Angebot eines Wettbewerbers günstiger oder attraktiver machen, nicht nur Preissenkungen.
- Prozentrabatt auf das ganze Sortiment, eine Marke oder eine Kategorie, meist mit Streichpreisen.
- Gutscheincode der im Bestellprozess eingegeben wird; der angezeigte Produktpreis bleibt gleich.
- Gratiszugabe ein Produkt, eine Probe oder ein Geschenk ab einem bestimmten Bestellwert.
- Bundle oder Set mehrere Produkte zusammen günstiger als einzeln, oft als eigenes neues Produkt angelegt.
- Gratisversand-Schwelle Versand ohne Mindestbestellwert oder mit gesenkter Schwelle für eine begrenzte Zeit.
- Treuepunkte-Aktion mehrfache Punkte im Kundenprogramm, häufig nur für eingeloggte Mitglieder sichtbar.
- Saisonale Kampagne mehrtägige Aktionen zu Anlässen wie Black Friday, Weihnachten oder Saisonwechsel, oft mit wechselnden Angeboten.
Für die Wettbewerbsbeobachtung zählen auch die Bedingungen einer Aktion: Mindestbestellwert, Laufzeit, ausgeschlossene Marken oder Kategorien. Erst damit seht ihr, ob die Aktion euer Angebot unter Druck setzt.
Wo werden Rabattaktionen sichtbar?
Rabattaktionen werden vor allem an fünf Stellen sichtbar: auf der Startseite, auf der Sale-Seite, in der Banner-Leiste mit Versandhinweisen, im Newsletter und im Warenkorb.
- Startseite und Hero-Banner Große Kampagnen werden meist ganz oben auf der Startseite beworben.
- Sale-Seite Hier seht ihr, wie tief und wie breit ein Wettbewerber reduziert und welche Kategorien betroffen sind.
- Banner-Leiste und Versandhinweis Gratisversand-Schwellen, Zugaben ab Bestellwert und kurze Codes stehen oft nur in dieser schmalen Leiste.
- Newsletter Gutscheincodes, Aktionen nur für Abonnenten und Vorankündigungen stehen oft nur hier oder hier zuerst.
- Warenkorb Staffelrabatte, „3 für 2“ oder automatisch abgezogene Rabatte zeigen sich manchmal erst beim Bestellen.
Die ersten vier Stellen lassen sich automatisch überwachen. Der Warenkorb nicht: Er zeigt manche Rabatte erst, wenn jemand Produkte hineinlegt.
Welche Rabattarten erkennt ein Monitoring-Tool und welche nicht?
Ein Preis-Tracker erkennt geänderte Produktpreise, ein Seitenmonitor sichtbare Aktionen auf überwachten Seiten und Newsletter-Monitoring Aktionen per E-Mail. Rabatte im Warenkorb oder im Kundenkonto erkennt keine dieser Methoden zuverlässig.
| Aktionsart | Preis-Tracker | Seitenmonitor | Newsletter-Monitoring |
|---|---|---|---|
| Prozentrabatt mit Streichpreis | Ja, wenn das Produkt beobachtet wird | Ja, wenn Banner oder Sale-Seite überwacht werden | Ja, wenn die Aktion beworben wird |
| Gutscheincode | Nein, der Produktpreis bleibt gleich | Teilweise, nur wenn der Code auf der Seite steht | Ja, wenn der Code im Newsletter steht |
| Gratiszugabe ab Bestellwert | Nein | Ja, wenn sie im Banner oder auf einer überwachten Seite steht | Ja, wenn sie beworben wird |
| Bundle oder Set | Teilweise, nur wenn das Set selbst beobachtet wird | Ja, wenn es auf einer überwachten Seite auftaucht | Ja, wenn es beworben wird |
| Gratisversand-Aktion | Nein | Ja, wenn Banner-Leiste oder Versandseite überwacht werden | Ja, wenn sie beworben wird |
| Treuepunkte-Aktion | Nein | Teilweise, oft nur für eingeloggte Mitglieder sichtbar | Ja, wenn sie an Abonnenten geht |
| Warenkorb-Rabatt (z. B. Staffelrabatt) | Nein | Eingeschränkt, nur wenn er auf der Seite angekündigt ist | Eingeschränkt, nur wenn er beworben wird |
| Code nur im Kundenkonto | Nein | Nein | Eingeschränkt, nur wenn eure Adresse den Code erhält |
Die Tabelle beschreibt, was die drei Methoden grundsätzlich sehen können, nicht einzelne Produkte. Prüft beim konkreten Tool, welche Seiten und Kanäle es tatsächlich auswertet.
Für Rabatte im Warenkorb und Codes im Kundenkonto helfen Stichproben von Hand. Legt in Aktionsphasen bei euren wichtigsten Wettbewerbern ab und zu Produkte in den Warenkorb. Prüft dann, welcher Preis am Ende steht. Fast alle anderen Aktionsarten decken Seiten- und Newsletter-Monitoring zusammen ab.
Warum gehören Newsletter in jedes Aktionsmonitoring?
Newsletter gehören in jedes Aktionsmonitoring, weil viele Shops Codes, Aktionen für Abonnenten und Vorankündigungen zuerst oder nur per E-Mail verschicken.
Eine Vorankündigung im Newsletter gibt euch Vorlauf: Ihr seht, dass ein Wettbewerber für das Wochenende eine Aktion plant, bevor sie auf der Website startet. Ohne Newsletter fehlen euch außerdem alle Codes, die nur an Abonnentinnen und Abonnenten gehen.
Abonniert die Newsletter mit einer Adresse, die dem Team gehört, nicht mit einem persönlichen Postfach. Dann bleiben die Mails nutzbar, auch wenn jemand das Team verlässt. Bestätigt die Anmeldung, wenn der Shop danach fragt (Double-Opt-in). Sonst kommt nichts an.
Empfängt ein Tool die Newsletter für euch, landen dort auch Daten wie eure Empfangsadresse oder personalisierte Links. Das können personenbezogene Daten sein. Fragt den Anbieter deshalb nach einem Vertrag zur Auftragsverarbeitung (AVV) nach Art. 28 DSGVO.
Wie richtet ihr das Monitoring Schritt für Schritt ein?
Aktionsmonitoring richtet ihr in sechs Schritten ein: Wettbewerber auswählen, Seiten festlegen, Newsletter abonnieren, Meldungen einrichten, Zuständigkeiten klären und die Erkennung prüfen.
Wettbewerber auswählen
Wählt die Shops aus, mit denen ihr am stärksten um dieselbe Kundschaft konkurriert. Startet lieber mit wenigen und erweitert später.
Seiten je Wettbewerber festlegen
Startseite, Sale-Seite und eine Seite mit der Banner-Leiste sind fast immer dabei. Ergänzt die Kategorien, die für euer Sortiment am wichtigsten sind.
Newsletter mit eigener Adresse abonnieren
Meldet euch bei jedem ausgewählten Wettbewerber für den Newsletter an und bestätigt die Anmeldung. Nutzt dafür eine Adresse, die dem Team gehört, nicht einer Person.
Meldungen einrichten
Legt fest, wer bei einer neuen Aktion per E-Mail informiert wird, etwa ein gemeinsames Postfach oder die zuständige Person. Filtert nach Wettbewerber und Aktionsart, wenn das Tool es erlaubt.
Zuständigkeiten und Reaktionsregeln klären
Klärt vorab, wer entscheidet, ob ihr auf eine Aktion reagiert. Ein Rabatt auf alles beim wichtigsten Wettbewerber braucht eine schnellere Entscheidung als eine Zugabe in einer Nebenkategorie.
Erkennung prüfen und nachschärfen
Gleicht in den ersten Wochen die Meldungen mit dem ab, was ihr selbst auf den Seiten seht. Entfernt Seiten, die nur Rauschen erzeugen, und ergänzt Stichproben im Warenkorb.
Wie oft solltet ihr prüfen und wie vermeidet ihr Alarm-Müdigkeit?
Lasst eure wichtigsten Seiten automatisch und mindestens täglich prüfen. Meldungen sollten aber nur bei echten neuen Aktionen kommen, nicht bei jeder Änderung.
Wer nur einmal pro Woche von Hand nachsieht, verpasst kurze Aktionen, die zwischen zwei Prüfungen beginnen und enden. Kommt dagegen bei jeder kleinen Änderung eine Meldung, schaut bald niemand mehr hin. Diese Punkte helfen, das Gleichgewicht zu halten:
- Aktionen statt Änderungen melden. Eine neue Produktempfehlung ist keine Aktion. Lasst Meldungen nach Aktionsart einordnen. Neue Produkte oder ein neues Layout brauchen keine Meldung.
- Nach Wettbewerber priorisieren. Aktionen eurer wichtigsten Wettbewerber verdienen eine eigene Meldung. Für die übrigen reicht ein Rückblick pro Woche.
- Unruhige Seitenbereiche ausklammern. Bestseller-Listen, Bewertungen oder personalisierte Empfehlungen ändern sich ständig und erzeugen nur Rauschen.
- Regelmäßig aufräumen. Prüft einmal im Monat, welche Seiten und Wettbewerber euch tatsächlich weitergeholfen haben, und streicht den Rest.
Beispiel aus der Praxis
Eine Gratisversand-Aktion: vom Newsletter bis zur Entscheidung
Das E-Commerce-Team eines Onlineshops für Haushaltswaren beobachtet seine wichtigsten Wettbewerber über Website- und Newsletter-Monitoring. Am Donnerstag früh kommt eine Meldung: Ein wichtiger Wettbewerber kündigt im Newsletter für das Wochenende Gratisversand ohne Mindestbestellwert an.
Die zuständige Person im Marketing sieht die Meldung im gemeinsamen Postfach und markiert sie als relevant. Am Freitag folgt die zweite Meldung: Die Banner-Leiste auf der Startseite des Wettbewerbers zeigt die Aktion jetzt auch auf der Website. Eine Stichprobe im Warenkorb zeigt, ob der Gratisversand wirklich für alle Produkte gilt.
Nach den vorher vereinbarten Regeln entscheidet das Team, ob es reagiert: mit einer eigenen Versandaktion, einem Hinweis im nächsten Newsletter oder bewusst gar nicht. Die Entscheidung wird kurz festgehalten, damit beim Rückblick am Monatsende sichtbar wird, wie oft dieser Wettbewerber mit Versandaktionen arbeitet.
Quellen
So hilft Staboni
Staboni ist ein Tool, das Website-Aktionen und Newsletter von Wettbewerbern automatisch überwacht und euer Team per E-Mail benachrichtigt, sobald eine neue Aktion erkannt ist.
Für Rabattaktionen heißt das: Staboni prüft die Seiten eurer Wettbewerber, die ihr festlegt, und liest ihre Newsletter über eine eigene Staboni-Adresse je Wettbewerber mit. Jede erkannte Aktion wird nach Aktionsart eingeordnet, etwa Sale, Gutschein, Gratisversand oder Bundle. Rabatte im Warenkorb und Codes im Kundenkonto erkennt auch Staboni nur, wenn sie auf einer überwachten Seite oder im Newsletter auftauchen.
7 Tage kostenlos testenHäufige Fragen
Reicht ein Preis-Tracker für Rabattaktionen?
Ein Preis-Tracker reicht für Rabattaktionen meist nicht, weil er nur Produktpreise vergleicht. Gutscheincodes, Gratiszugaben, Gratisversand und Aktionen mit Treuepunkten ändern den angezeigten Preis nicht. Der Tracker sieht sie deshalb nicht. Dafür müsst ihr zusätzlich Banner, Sale-Seite und Newsletter überwachen.
Wie erfahre ich, wann ein Wettbewerber eine Sale-Aktion startet?
Den Start eines Sales erfahrt ihr am frühesten über den Newsletter und die Startseite des Wettbewerbers. Viele Shops kündigen größere Aktionen vorab per E-Mail an und stellen sie dann prominent auf die Startseite. Wenn ihr beides automatisch überwachen lasst, bekommt ihr eine Benachrichtigung, sobald eine neue Aktion erkannt ist.
Wie behalte ich Gratisversand-Schwellen, Bundles und Rabattbanner der Konkurrenz im Blick?
Gratisversand-Schwellen, Bundles und Rabattbanner behaltet ihr im Blick, indem ihr die Banner-Leiste, die Startseite und die Sale-Seite eurer Wettbewerber überwachen lasst. Diese Aktionen ändern den Produktpreis oft nicht, stehen aber sichtbar auf der Website. Bundles tauchen zusätzlich häufig als neue Produkte oder in Newslettern auf.
Wie kann ich Konkurrenzbeobachtung automatisieren?
Konkurrenzbeobachtung automatisiert ihr, indem ein Tool die wichtigsten Seiten und Newsletter eurer Wettbewerber regelmäßig prüft und euch bei neuen Aktionen benachrichtigt. Achtet darauf, dass das Tool Website und Newsletter abdeckt und Änderungen einordnet. Sonst löst jede Kleinigkeit eine Meldung aus.
Reicht es, Wettbewerber manuell zu beobachten?
Für ein Team reicht die manuelle Beobachtung auf Dauer meist nicht. Jemand muss täglich Startseiten und Sale-Seiten prüfen und alle Newsletter lesen. Kurze Aktionen zwischen zwei Prüfungen gehen dabei leicht verloren, und das Wissen hängt an einer Person. Ein Tool prüft regelmäßig und meldet neue Aktionen an alle, die entscheiden.
Ist es erlaubt, Rabattaktionen von Wettbewerbern zu überwachen?
Öffentlich zugängliche Websites und abonnierte Newsletter von Wettbewerbern zu beobachten, ist übliche Marktbeobachtung. Beachtet dabei die Nutzungsbedingungen der jeweiligen Websites und ruft Seiten nicht so häufig ab, dass der Betrieb gestört wird. Diese Antwort ist keine Rechtsberatung; bei konkreten Fragen hilft eine Anwältin oder ein Anwalt.
Welche Tools gibt es, um Rabattaktionen der Konkurrenz zu überwachen?
Für die Konkurrenzbeobachtung gibt es drei Arten von Tools: allgemeine Seitenmonitore, die Änderungen auf Websites melden, Preis-Tracker für Produktpreise und Newsletter-Tools, die Mails von Wettbewerbern sammeln. Staboni verbindet Website- und Newsletter-Monitoring und ordnet erkannte Aktionen nach Aktionsart ein. Welches Tool passt, hängt davon ab, ob euch vor allem Preise oder Aktionen interessieren.
Zuletzt aktualisiert: · Herausgeber: Staboni
